USA vs. China: Taiwan-Konflikt könnte zum Krieg eskalieren

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Die Wahlen am 13. Januar in Taiwan werden von China als richtungsweisend bewertet. Politikwissenschaftler Josef Braml erläutert im NDR Info-Interview mit Liane Koßmann, warum mögliche Unabhängigkeitsbestrebungen in Taipeh sogar zu einem größeren Krieg zwischen den rivalisierenden Großmächten USA und China führen könnten.

Seit 2016 reden Taiwan und China nicht mehr miteinander. Das Verhältnis beider Länder ist äußerst angespannt. Peking betrachtet die demokratisch regierte Insel als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll. Bekräftigt hat Chinas Staatschef Xi das gerade erst wieder in seiner Neujahrsansprache als er sagte, das sei „historisch unvermeidlich“. Taiwans Präsidentin hingegen wies das zurück. Der wichtigste Grundsatz für den Kurs in den Beziehungen zu China sei die Demokratie, sagte Präsidentin Tsai Ing-wen. Dieser Konflikt ist natürlich auch Thema der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in einer Woche in Taiwan. Der Ausgang dürfte entscheidend sein für das künftige Verhältnis zwischen Taipeh und Peking.

Das Ganze wird nicht nur in China, sondern auch in den USA mit Spannung erwartet und beobachtet. Im NDR Info-Interview mit Liane Koßmann erläutert der USA-Experte Josef Braml, dass Taiwan im Mittelpunkt der chinesisch-amerikanischen Rivalität steht, die in einen Weltkrieg beider Großmächten ausarten könnte.

Dr. Josef Braml ist USA-Experte und European Director der Trilateral Commission – einer einflussreichen globalen Plattform für den Dialog eines exklusiven Kreises politischer und wirtschaftlicher Entscheider/innen Amerikas, Europas und Asiens. Zuletzt erschienen beim Verlag C.H.Beck sein Buch „Die transatlantische Illusion. Die neue Weltordnung und wie wir uns darin behaupten können“ sowie sein neues, zusammen mit Mat Burrows verfasstes Werk „Die Traumwandler. Wie China und die USA in einen neuen Weltkrieg schlittern“.