Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten Kamala Harris steht bei der Auswahl ihres Vizes vor einer schwierigen Entscheidung. Im Gespräch mit Dirk-Oliver Heckmann vom Deutschlandfunk erläutert der USA-Spezialist Josef Braml, welche innenpolitischen Hürden und außenpolitischen Probleme im weiteren US-Wahlkampf Donald Trump zum Vorteil gereichen könnten.
Obwohl Harris der demokratischen Kampagne neuen Schwung verliehen hat, fällt es ihr schwer, die vielfältige Wählergruppe zu mobilisieren, die Biden 2020 den Sieg sicherte. Sie hat Schwierigkeiten, männliche Stimmen zu gewinnen und erreicht, im Gegensatz zu Bidens über 90 Prozent von 2020, bislang nur knapp 70 Prozent Zustimmung bei schwarzen Wählerinnen und Wählern.
Eine Eskalation in der Außenpolitik, beispielsweise durch einen direkten Krieg zwischen Iran und Israel, könnte die Demokraten wahltaktisch umso mehr in die Zwickmühle bringen. Denn sie müssen den wahlentscheidenden Bundesstaat Michigan gewinnen, wo arabischstämmige Wählerinnen und Wähler den Ausschlag geben könnten.
USA-Experte Josef Braml im Deutschlandfunk-Interview:
Dr. Josef Braml ist USA-Experte und European Director der Trilateral Commission – einer einflussreichen globalen Plattform für den Dialog eines exklusiven Kreises politischer und wirtschaftlicher Entscheider/innen Amerikas, Europas und Asiens.
Zuletzt erschienen beim Verlag C.H.Beck sein mit Mathew Burrows verfasstes Buch „Die Traumwandler. Wie China und die USA in einen neuen Weltkrieg schlittern“ und sein weiterhin aktueller Bestseller „Die transatlantische Illusion. Die neue Weltordnung und wie wir uns darin behaupten können“.

